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Gericht: 
Oberlandesgericht Celle

Nur bei Verwendung als normaler Pkw

Ein Wohnmobil wurde bei einem Unfall stark beschädigt. Wegen verschiedener Sonderausstattungen dauerte es ein halbes Jahr, bis ein Ersatzfahrzeug beschafft war. Der Besitzer verlangte vom Unfallverursacher bzw. von dessen Haftpflichtversicherung Nutzungsentschädigung für den Ausfall seines Wohnmobils.

Das Oberlandesgericht Celle strich die für 137 Tage verlangte Summe gehörig zusammen. In der Regel gebe es beim Ausfall eines Wohnmobils überhaupt keine Entschädigung, erläuterten die Richter. Denn es werde üblicherweise nur für Freizeit und Erholung genutzt, also sei der Besitzer nicht im Alltag darauf angewiesen. Hier liege der Fall aber ein wenig anders, denn der Besitzer sei damit zweimal in der Woche zur Arbeit und manchmal zum Einkaufen gefahren.

Bei der Festsetzung der Nutzungsentschädigung orientierten sich die Richter allerdings nicht, wie verlangt, an den üblichen Mietwagenkosten. Sie legten vielmehr die unterste Preisklasse zu Grunde, weil "ein Wohnmobil im täglichen Gebrauch ein unkomfortables, unhandliches und unpraktisches Fahrzeug" sei. Nach der einschlägigen Tabelle komme man dann auf 27 Euro pro Tag; bei der Berechnung der Summe seien nur Tage zu berücksichtigen, an denen das Wohnmobil wie ein normales Auto eingesetzt worden wäre. (Urteil des Oberlandesgerichts Celle vom 8. Januar 2004 - 14 U 100/03)