Eliot Spitzer kultivierte stets das Image eines Saubermanns. Als Generalstaatsanwalt von New York hatte er in den vergangenen Jahren unlautere Geschäftspraktiken von Investmentbanken, Fondsgesellschaften und Versicherern öffentlich angeprangert.
Das war einer der wesentlichen Gründe dafür, dass er im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit die Wahl zum Gouverneur des Bundesstaates New York gewonnen hat. Im Wahlkampf hatte er die Reform der als korrupt geltenden politischen Kultur in der Hauptstadt Albany versprochen.
Nun ist Gouverneur Spitzer selbst in einen Skandal verwickelt. Ermittlungen des neuen Generalstaatsanwalts Andrew Cuomo haben eine peinlichen Fall aufgedeckt. Demnach haben zwei Vertraute Spitzers, darunter sein Pressechef, die Polizei unter einem Vorwand auf einen politischen Rivalen Spitzers angesetzt, um diesen auszuspionieren. Dabei handelt es sich um den Mehrheitsführer im New Yorker Senat, Joe Bruno. Die Frage ist offen, ob Spitzer über die Aktion informiert war. Er verneint das, doch sein Büro soll versuchen, die Aussagen informierter Personen zu verhindern.