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Es sind alle Fehler wohl schon einmal gemacht worden. Nur nicht von jedem. Besonders in der Fusionitis kann man ein Lied davon singen. BMW hat den Einstieg bei Rover rückabgewickelt, Daimler den bei Chrysler. Doch in der Versicherungswirtschaft gehen die Uhren langsamer. So meldet Focus in dieser Woche, Generali wolle die Volksfürsorge plattmachen, Bestände und Mitarbeiter zu ihrer Tochter nach München umtopfen. München liegt näher an Triest. Es sind nur noch die Alpen dazwischen. Über die kommt man zur Not auch mit Elefanten wie einst Hannibal.

Im Ernst: Der italienische Versicherer mit dem fliegenden Löwen hat seit Jahren Panik, von Axa geschluckt zu werden. Hektischer Aktionismus. Deutschland soll mehr Geld in Italien abliefern, damit man im Ausland mehr expandieren kann. Vielleicht mit Umwelthaftpflichtpolicen in China? Wie melkt man seine Töchter noch besser? Vielleicht mit der Erzielung von Synergieeffekten durch Fusionen? Mit diesem Traum haben sich viele Konzerne schon blutige Nasen geholt. Aber noch nicht jeder.

Marktkenner erinnern sich noch an die Albingia. Ein traditionsreicher Versicherer mit schmucker Hauptverwaltung an der Hamburger Binnenalster. Zu Fuß waren es nur wenige Minuten bis zur Volksfürsorge. Die Albingia versicherte Olympische Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften. Große und schwierige Bauprojekte als Profi in den technischen Versicherungszweigen. Auch in der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Finanzdienstleister war man sehr gut positioniert. Dazu kam noch eine der profiliertesten Außendienstmannschaften des gesamten Marktes. Doch dann wurde die britische Mutter von Axa geschluckt. Und die Albingia ging, wie zuvor schon Colonia und Nordstern, in der deutschen Axa auf. Was ist geblieben? Im schmucken Europahaus an der Binnenalster residiert inzwischen ein Shopping-Center.

Die Sportversicherer sind bei der Hamburg- Mannheimer gelandet, die Haftungsspezialisten für Vermittler auch anderswo. Wie viele profilierte Außendienstler. In Langfristvergleichen zur Marktanteilsentwicklung gehört hierzulande die zusammenfusionierte Axa regelmäßig zu den großen Verlierern. Doch aus diesem abschreckenden Beispiel haben die Konzernstrategen der Generali, deren Gedanken wohl nicht zufällig bei Focus gelandet sind, offensichtlich immer noch nichts gelernt...

(map-fax 33/07)