Die Nachfrage nach Versicherungen im ungebundenen Maklervertrieb hat sich im zweiten Quartal erneut deutlich abgeschwächt. Betroffen ist neben dem Privatkundengeschäft auch das Firmenkundengeschäft, das sich zu Jahresbeginn noch erstaunlich krisenfest zeigte. Deutlich verhaltener fällt derzeit auch die Gesamtprognose der Makler für das Geschäftsjahr 2009 aus; dennoch hoffen zwei Drittel, ihren Vorjahresumsatz zumindest halten zu können. Dies zeigt das aktuelle "Makler-Absatzbarometer" (Ausgabe II/2009) des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov Psychonomics AG. Über 200 hauptberufliche Versicherungs- und Finanzmakler werden vierteljährlich zur aktuellen und zukünftigen Geschäftsentwicklung befragt.
Makler-Absatzindex: Historische Tiefststände im Privat- und Firmenkundengeschäft
Der seit 2003 regelmäßig erhobene Makler-Absatzindex fällt im zweiten Quartal im Privatkundengeschäft auf ein neues „historisches“ Tief von minus fünf Indexpunkten (Q1/ 2009: +2). Damit bleibt die Nachfrage deutlich hinter dem Niveau des Vergleichszeitraumes der beiden Vorjahre zurück (Q2/ 2008: +12; Q2/ 2007: +23).
Im Firmenkundengeschäft erlebt der Indikator der Nachfrageentwicklung im Maklervertrieb erstmals seit Beginn der Finanzkrise einen massiven Einbruch. Gegenüber dem Vorquartal verliert der Makler-Absatzindex hier 14 Punkte (Q1/ 2009: +17) und liegt mit aktuell nur noch drei Indexpunkten sehr deutlich unter dem Niveau des Vergleichszeitraum der Vorjahre (Q2/ 2008: +22; Q2/ 2007: +33). „Die Krise hält den Maklervertrieb fest im Griff und schlägt jetzt auch auf das Firmenkundengeschäft voll durch. Einzelne Sparten und Produkte bieten aber nach wie vor sehr gute Absatzchancen“, erläutert Christina Barschewski, Studienleiterin bei der YouGov Psychonomics AG.
Unterschiedliche Nachfrageentwicklung in einzelnen Sparten und Produktsegmenten
Am stärksten traf der Nachfrageabschwung im Privatkundengeschäft im zweiten Quartal die Sparten Leben/Rente und Kranken. Die bereits im ersten Quartal deutlich eingebrochene Nachfrage nach Finanzprodukten konnte sich hingegen auf sehr niedrigem Niveau etwas erholen. Auf Produktebene mussten vor allem die Riester- und Rürup-Rente deutliche Einbußen hinnehmen – und dies sowohl in fondsgebundener als auch nicht-fondsgebundener Form. Lebensversicherungsprodukte hielten sich vergleichsweise stabil, gegen den Trend sogar etwas zulegen konnte die unter den Privatkunden als „krisenfest“ geltende Kapital-Lebensversicherung. In der Kranken-Sparte schwächte sich die Nachfrage nach privaten Krankenvollversicherungen erneut ab, während Krankenzusatzversicherungen sich einer weiter steigenden Nachfrage erfreuten. Auch in den Sparten Sach, Unfall und Rechtsschutz zeigten sich auf der Produktebene deutlich heterogene Entwicklungen im Maklervertrieb. Die deutliche Nachfrageschwäche im Firmenkundengeschäft erfasste fast alle Produktsparten. Besonders hart traf es die betrieblichen Altersvorsorge-Produkte. Aber auch die Sach- und Haftpflicht-Sparte musste gegenüber dem Vorquartal sowie im Vorjahresvergleich Federn lassen.
Abnehmender Optimismus für Geschäftsjahr 2009 - Mehrheit der Makler erwartet aber zumindest stabile Umsätze
Bei ihrer Prognose der Geschäftsentwicklung im Privatkundengeschäft spalten sich die Makler derzeit in drei etwa gleich große Lager: Während jeder dritte Makler (32 Prozent) für 2009 mittlerweile eine rückläufige Geschäftsentwicklung erwartet (Q1/ 2009: 23 Prozent), gehen jeweils ein weiteres Drittel von stabilen Umsätzen (31 Prozent) oder einer im Vergleich zum Vorjahr sogar moderat anziehenden (37 Prozent) Entwicklung aus. Darüber hinaus zeigen sich deutliche Erwartungsunterschiede zwischen den verschiedenen Maklertypen im ungebundenen Vertrieb. Im Firmenkundengeschäft hat sich die Zahl der ausgesprochenen Optimisten gegenüber dem Vorquartal auf 38 Prozent verringert (Q1/ 2009: 48 Prozent). Ein Drittel der Makler (34 Prozent) erwartet gegenüber 2008 gleich bleibende Umsätze; 29 Prozent gehen jedoch mittlerweile von einer negativen Geschäftsentwicklung aus - zehn Prozent mehr als noch im Vorquartal (Q1/ 2009: 19 Prozent). „Trotz aktueller Umsatzflaute und reduzierter Gesamterwartungen an das Geschäftsjahr 2009 schreiben die meisten Versicherungs- und Finanzmakler 2009 noch nicht als ´Katastrophenjahr´ ab.“, resümiert Christina Barschewski.
Weitere Informationen zum Makler-Absatzbarometer: www.psychonomics.de/maklerabsatzbarometer