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Im Fadenkreuz der sogenannten Verbraucherschützer steht seit einiger Zeit die Bezahlung von Leistungen der Vermittler durch Provisionen. So fordert der Stuttgarter Verbraucherschützer Nils Nauhauser im Handelsblatt das Verbot von Provisionen. Dabei wird nicht deutlich, ob der Forderung die Kenntnis zu Grunde liegt, dass es nicht nur Abschluss-, sondern auch Bestandsprovisionen gibt. Sind diese Provisionen nun eine verbraucherschädliche Quelle des Vermittlerreichtums?

 

Die Analyse der Geschäftsberichte zeigt: Deutschlands Lebensversicherer haben im vergangenen Jahr von ihren Vertriebspartnern knapp 6,5 Mio. neue Verträge bekommen. Dafür sind Abschlusskosten in Höhe von gut 8 Mrd. € angefallen, davon 6,2 Mrd. € oder 77,78 % Provisionen. Pro Vertrag wurden also 971 € Provisionen fällig. Die Höhe der Provision ist von der Beitragshöhe abhängig, so dass die Provision je Vertrag natürlich bei den Gesellschaften besonders hoch ist, die hohe Durchschnittsbeiträge im Neugeschäft erzielen.

 

Bezieht man nun die 6,5 Mio. Verträge auf die 278.000 eingetragenen Vermittler, so hat jeder Vermittlerbetrieb im Schnitt 23 Verträge pro Jahr gebracht und somit 22.563 € Abschlussprovision in Leben kassiert. Insgesamt geht der BVK von 46.762,59 € Provisionserträgen je Vermittlerbetrieb aus. Der LV-Anteil beträgt also 48,25 %, 51,75 % kommen aus laufenden Bestandsprovisionen, offensichtlich aus der Provisionierung in Sach/HUK. Das war früher deutlich mehr, durch die Prämienverschenkungsaktionen der Versicherer im Massengeschäft Auto sind die Provisionserträge der Vermittler auch in die Knie gegangen.

 

Besorgniserregender Reichtum entsteht so nicht. Von den 46.762,59 € Provisionserträgen bleibt den Vermittlern, so der BVK, nach Kosten, Steuern und Vorsorge 24,1 % übrig. Das sind rund 11.270 €. Pro Monat kann der Durchschnittsvermittler seiner Familie also rund 939 € zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten zur Verfügung stellen. Das ist ein Durchschnittswert. Einige verdienen mehr, andere haben Mühe, wenige 100 € Jahresbeitrag für den Berufsverband oder 30 € für map-fax aufzubringen. Für das Geld, das Otto Durchschnittsvermittler verdient, würden Verbraucherschützer nicht arbeiten...

(map-fax 46/09)