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Die Aktienkrise 2000/2002 war nicht wirklich überraschend. Hoffnungslose Überbewertungen waren mit gesundem Menschenverstand erkennbar. Auch die Bankenkrise 2008 im Zuge niedriger Zinsen mit strukturierten Produkten und einer Immo-Blase in den USA war zu erwarten. Die Staatenkrise 2010 mit hochverschuldeten Ländern und Wohltaten auf Pump war nur noch eine Frage der Zeit. Und welche Krise kommt als nächstes?

Die große Rentenkrise, gegen die die Lehman- Pleite nur ein Kris‘chen war, hätten wir eigentlich erst in Jahrzehnten erwartet. Wir sind auf gutem Weg dorthin. Das Statistische Bundesamt hat gerade neue Geburts- und Wanderungsdaten veröffentlicht (siehe Doku). Die Geburtenzahl für 2009 liegt mit 651.000 nicht nur weit unter dem Vorjahr, sondern auch unter dem Schnitt der letzten 10 Jahre. Das hyperteure Shuttle-Programm vom Kreissaal in den Kindergarten war ein totaler Flop. Kein Wunder. Eltern sind im Schnitt 30 Jahre alt, wenn sie Kinder bekommen. In der Elternschaft sind jetzt die Geburtenjahrgänge um 1980. Diesen Jahrgängen fehlen, im Vergleich zu den 60ern, rund 435.000 Geburten und damit 217.500 Elternpaare.

Der Versuch, mit gepumpten Geldmassen die Babylöcher zu stopfen, um wieder mehr Beitragszahler in die gesetzliche Rentenversicherung zu bekommen, ist daher zum Scheitern verurteilt. Strafverschärfend kommt jetzt hinzu: Statt eines kalkulierten Wanderungsgewinns von 100.000 haben wir im zweiten Jahr hintereinander einen Wanderungsverlust. Und der Berufsbildungsbericht der Bundesregierung zeigt nach Pisa Erschreckendes über die Arbeitsmarktfähigkeit von Schulabgängern.

 

Die Folgen für die Einnahmesituation der gesetzlichen Rentenversicherung sind seit Jahren bekannt. Doch jetzt spitzt sich die Lage dramatisch zu. In der Bundestagsdrucksache 17/1747 fordert die SPD höhere Renten für Langzeitarbeitslose und Niedrigverdiener mit einem sehr bemerkenswerten Argument: „...da ansonsten eine Pflichtversicherung, bei der ein immer größerer Teil der Versicherten keine Anwartschaften erzielt, die oberhalb des Niveaus der Grundsicherung im Alter liegen, ihre Legitimation verliert“. Wenn es dem ersten Versicherungspflichtigen mit geringen Anwartschaften gelingen sollte, sich aus der Versicherungspflicht herauszuklagen, hätte die Regierung das nächste 200 Mrd. €- Problem...

(map-fax 22/10)