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Die Verbraucherzentralen liefern fleißig weiter Märchen, um die private Versicherungswirtschaft zu diskreditieren. Mitte November 2011 ließen sie einen Professor aus der Nähe von Bayreuth behaupten, drei von vier Lebensversicherungsverträgen würden nicht durchgehalten, seien daher unvorteilhaft. Diesen Unfug konnten wir kurzfristig widerlegen und nachweisen, dass mindestens 55 % der Verträge planmäßig ablaufen. (map-fax 45/11)
 
Jetzt kommen neue Nachrichten aus Absurdistan. Opfer sind nun die privaten Krankenversicherer (PKV), Thema das Gerücht über angeblich hohe Beitragssteigerungen. Der gesamte Verbraucherzentralenkonzern hat seine Akten durchgesucht und 144 Verbraucher gefunden, die sich bei den Verbraucherzentralen über angeblich hohe Beitragsanpassungen ausgeheult haben. Daraus wurden dann seltsame Medienberichte über eine angebliche Krise der PKV.
 
Laut Zahlenspiegel des Verbandes waren hierzulande im Jahre 2010 rund 8.895.500 Bundesbürger privat krankenvollversichert. Davon sollen sich nun 144 beschwert haben. Das wären 0,0016 % der vollversicherten Verbraucher. Im Umkehrschluss müsste das nun eigentlich heißen, dass 99,9984 % der vollversicherten Verbraucher mit der Beitragsentwicklung ihrer privaten Krankenversicherung einverstanden sind. In den 144 Fällen wird der PKV nun eine Beitragsexplosion vorgeworfen. Mittelwerte der Anpassungen wie der Laufzeiten werden zwar nicht angegeben, dafür aber Anpassungssätze zwischen 20,56 % und 28,4 %. Zum besseren Verständnis sei an eine mathematische Banalität erinnert: Erhöht ein Versicherer seine Prämienforderung von 60 auf 80 €, so beträgt die Steigerung 20 € oder 33,33 %. Erhöht ein anderer Versicherer von 260 auf 280 €, so beträgt die absolute Steigerung zwar auch 20 €, der prozentuale Steigerungssatz aber nur 7,69 %. Bei auffällig hohen prozentualen Steigerungen sind Umfeldanalysen unerlässlich, um zu prüfen, warum der Verbraucher seinen Versicherungsschutz so viel zu billig eingekauft hat.
 
Wie verteilt sich nun das Beschwerdeaufkommen? Von den 144 untersuchten Fällen betreffen 65 Fälle (45,14 %) die Central (Marktanteil 6,5 %). Zweitgrößter Beschwerdeproduzent ist die Gothaer mit 25 Fällen (17,36 %) und einem Marktanteil von nur 2,4 %. Hervorragende mmm- Versicherer wie Debeka, R+V, Signal und Deutscher Ring tauchen hingegen in der VZ-Beschwerdestatistik nicht erkennbar auf. Angriffsbasis sind also zwei Versicherer mit 8,9 % Marktanteil, auf die 62,50 % der VZ-Beschwerden entfallen. Es ist schon mehr als nur unseriös, aus dieser schrägen Datenlage einen Angriff auf die Beitragsstabilität der gesamten PKV zu starten.
 
Doch es gibt weitere Merkwürdigkeiten. So ist der aktuellste Marktvergleich von Finanztest im Netz aus dem Jahre 2006. Akute dringende Warnhinweise vor der Beitragsentwicklung von Central oder Gothaer haben wir dort nicht gefunden. Im April 2011 wird zwar auf Leistungslücken bei Billigtarifen hingewiesen, aber vor dem Steigerungsrisiko nicht nachdrücklich gewarnt. Bei der Central scheint es tatsächlich einige Probleme gegeben zu haben. Vom Vorstand des Jahresbeginns 2011 ist niemand mehr in Amt und Würden. Wenn die Situation aber wirklich so dramatisch für die Versicherten sein sollte, dass man daraus das Ende der PKV ableiten könnte, muss sich der Verbraucherschutz fragen lassen, warum er so lange die Hände in den Schoß gelegt hat. Einem Finanzmarktwächter darf das eigentlich nicht passieren.
 
Restlos absurd wird die Propagandashow, wenn ein „armer“ Rentner in die laufende Fernsehkamera jammert, er müsse inzwischen 350 € Monatsbeitrag für seine private Krankenversicherung aufbringen. Mehrere Millionen freiwillig versicherte GKV-Mitglieder zahlen inzwischen 575,44 € monatlich. Häufig zuzüglich 40 € jährlich Praxisgebühr und 200 € Arzneimittelzuzahlungen. Im Gegensatz zur PKV müssen GKV-Mitglieder aufpassen, ob ihre Kasse schon pleite ist. Und überzahlte Beiträge landen eher nicht in der Beitragsrückerstattung, dafür vielleicht im Bundeshaushalt.
 
Verbraucherzentralen bereiten mit falscher Propaganda den Boden dafür vor, dass mit der Bürgerversicherung 173 Mrd. € Alterungsrückstellungen der PKV-Kunden verstaatlicht werden können. Das Gegenteil wäre ihr Job... (map)
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