Autofahrer, die mit ihrem Handy oder über die Freisprechanlage telefonieren, sind in ihrem Fahrverhalten ähnlich beeinträchtigt wie angetrunkene Fahrer. Das zeigen Psychologen der US-amerikanischen Universität von Utah in einer Studie, die im Fachmagazin „Human Factors“ erschien.
An der Studie nahmen 40 Personen teil. Sie wurden unter verschiedenen Bedingungen getestet: Telefonierend mit Handy, telefonierend mit Freisprechanlage, ohne Ablenkung oder mit einer Alkoholmenge von 0,8 Promille. Die Probanden fuhren in einem simulierten Straßenverkehr. Sie mussten dabei einem Auto folgen, das immer wieder abrupt bremste. Dabei wurden Entfernung, Bremszeit und Kollisionsweg notiert und ausgewertet.
Autofahrer, die telefonierten – egal ob mit Handy oder Freisprechanlage – bremsten langsamer und brauchten mehr Zeit, um sich auf das wechselnde Tempo im Straßenverkehr einzustellen. Damit war die Wahrscheinlichkeit, einen Unfall zu verursachen, deutlich erhöht. Drei Autofahrer hatten einen Auffahrunfall.
Fahrer mit 0,8 Promille Alkohol im Blut waren ein wenig langsamer als Fahrer, die nicht abgelenkt wurden und Fahrer mit Handy. Und sie fuhren aggressiver. Sie folgten dem Wagen vor ihnen in kürzerem Abstand, traten die Bremsen abrupter und mit mehr Kraft.
Die Studie bestätigt frühere Ergebnisse, die zeigten, dass Freisprechanlagen genauso ablenken wie ein Handy. Der Grund: Die Unterhaltung an sich und nicht das Halten eines Mobiltelefons lenkt den Fahrer von den Straßenverhältnissen ab.