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Viele Entwicklungen, die irgendwann unser Leben prägen, sind durch näheres hinsehen eigentlich schon frühzeitig erkennbar. Das gilt beispielsweise für die verheerende Staatsschuldenkrise, die unter dem falschen Namen Eurokrise inzwischen den Ruf unserer Währung ruiniert. Schon seit Jahrzehnten ist bekannt, wie unseriös die Verschuldungspolitik der Staaten ist, die von 12 bis Mittag denken und eine Verschuldungspolitik nach dem Motto „nach mir die Sintflut“ betreiben. Schulden wachsen in jedem guten und in jedem schlechten Jahr, netto getilgt wird nie. (map-fax 22/11).
 
Dass uns diese Politik eines Tages um die Ohren fliegen wird, wussten eigentlich alle Beteiligten seit Jahrzehnten. Ein weiteres Schreckensszenario kennen wir ähnlich lange, verschließen aber davor die Augen: Die Demografiekrise. Das ist kein Problem, das uns in 20 oder 30 Jahren heimsuchen wird. Sie ist längst da (siehe Doku).
 
Im Vergleich der Jahre 2009 mit 2000 zeigt sich schon heute: In der Altersgruppe 0-18 ist die Bevölkerung um 13 % oder 2 Millionen zurückgegangen. Kein Wunder, dass die Kindergarten– und Schulindustrie erbittert für Ganztagsangebote kämpft, um ihre lukrativen Stellen zu behalten, obwohl sie 2 Mio. Kunden verloren haben. Den Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung 18-65 um 3,1 % oder 1,6 Millionen merken wir kaum, denn wir haben noch Beschäftigungsreserven in den Versorgungsehen: Bei 51,4 Mio. Erwerbsfähigen haben wir nur 41,5 Erwerbstätige, davon 28,5 Mio. in Vollzeit. Heftig sind die Seniorenzahlen: Ein Wachstum von 23,4 % oder 3,2 Millionen.
 
Damit wird deutlich: In der privaten Altersvorsorge muss dringend Gas gegeben werden. Wer Altersarmut verhindern will, kann sich sinnleeres Renditegekasper nicht leisten. Die Verzinsung von Lebensversicherungen ist derzeit sicherlich unbefriedigend. Doch der Bundesschuldenminister kann sich dreiste Provokationen wie Bundesanleihen mit deutlich negativem Realzins nicht mehr lange leisten, so dass die Zeiten sittenwidrig niedriger Zinsen sich dem Ende zuneigen. Aktien, Fonds und Immobilien sind bei gegenwärtiger Geldmengenpolitik und Demografiekrise für die Altersvorsorge viel zu gefährlich. Das größte Risiko für den Vorsorger besteht heute darin, nicht rechtzeitig begonnen zu haben und im Umfang unzureichend vorzusorgen. Darin liegen auch die Haftungsrisiken für den Vorsorgeberater... (map)
(map-fax 48-11)