Laut einer aktuellen Veröffentlichung im BaFin-Journal (8/2011) verlief der Stresstest für alle deutschen Lebens- und Krankenversicherer erfolgreich. Die Schaden- und Unfallversicherer sowie die Pensionskassen konnten zudem besser abschneiden als im Vorjahr.
Der BaFin-Stresstest soll die Risikotragfähigkeit der deutschen Versicherungswirtschaft messen und vor dem Hintergrund der globalen Finanzkrise von vor drei Jahren einem Frühwarnsystem dienen. Dazu werden verschiedene Stressszenarien wie Aktienkursrückgänge von 20 Prozent und Wertminderungen bei Rentenpapieren (Minus 5%) und Immobilien (Minus 10%) teils kombiniert, teil einzeln getestet und dabei geprüft, ob die Versicherungen ihre vertraglichen Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden sowie die gesetzlichen Eigenkapitalanforderungen noch erfüllen können.
Beim BaFin-Stresstest wurden nicht alle Versicherungsunternehmen geprüft. Denn einige sind wegen ihrer generell risikoarmen Kapitalanlage von der Vorlagepflicht befreit oder unterstehen nicht der Bundesaufsicht.
Stressbefunde
Alle 92 getesteten Lebensversicherer wiesen in den verschiedenen Modellen positive Ergebnisse auf. Auch alle 42 geprüften Krankenversicherer erfüllten die Anforderungen. Von den 174 Schaden- und Unfallversicherern schafften es nur fünf nicht: Bei drei Unternehmen ergaben sich negative Befunde in allen Stressszenarien, bei einem nur bei drei und bei einem weiteren Versicherer nur bei zwei Modellen. Zudem schnitten vier von 132 vorlagepflichtigen Pensionskassen negativ ab.
Wie in den Vorjahren, veröffentlicht die BaFin nicht die Namen der Gesellschaften, die durchgefallen sind und beruft sich auf die gesetzliche Verschwiegenheitspflicht des § 84 VAG.
Zu den Schaden- und Unfallversicherern, die die Tests nicht nur teilweise nicht schafften, teilt die BaFin mit, dass „unter Beachtung der individuellen Situation derzeit“ bei diesen Unternehmen von einer „ausreichenden“ Risikotragfähigkeit ausgegangen werden könne. Auch bei den durchgefallenen Pensionskassen beruhigt die BaFin: Alle wiesen nur geringe Unterdeckungen auf und hätten schon Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Risikotragfähigkeit ergriffen.
Beim vormaligen BaFin-Stresstest hatten sechs Schaden- und Unfallversicherer und sechs Pensionskassen den Stresstest nicht bestanden.