Die deutschen Autoversicherer sind geübt darin, Geld zu verplempern. Durch sinnlose Preiskämpfe haben sie zwischen 1997 und 2002 über sechs Milliarden Euro in den Sand gesetzt. Danach 2,9 Milliarden Euro Gewinn erzielt. Bleibt, unter dem Strich, ein Minus von weit über drei Milliarden Euro. Trotzdem wird die Geldvergeudungsmaschine wieder angeworfen, Prämien mit neuen Billigtarifen verschenkt.
So rechnet der GDV in diesem Jahr mit einem Rückgang der Beitragseinnahmen in der Autoversicherung um 2,8 % auf 21,9 Milliarden Euro. Für das nächste Jahr werden, dank der Preisschlachten, noch stärkere Rückgänge erwartet. Und damit wohl wieder saftige Verluste. Wer das Geld so leidenschaftlich vergeudet, der macht sich vollkommen unglaubwürdig. Zum Beispiel gegenüber Betriebsräten und Mitarbeitern, denen Arbeitsplatzabbau und Leistungskürzungen verkauft werden sollen. Gegenüber Vertriebspartnern und Kunden, die den damit verbundenen Serviceabbau schlucken sollen. Und vielleicht sogar gegenüber der Finanzverwaltung. Die eines Tages die Frage stellen könnte, ob Autoversicherer noch eine ernsthafte Gewinnerzielungsabsicht verfolgen. Die Preisschlachten um die Jahrtausendwende haben keine nachhaltigen Marktanteilsgewinne gebracht. Wann lernen es diese Geldvergeuder endlich: Wer über den Preis in ein Geschäft reinkommt, der fliegt über den Preis auch wieder raus...
(map-fax 41/05)