DruckversionDruckversion
Muss man eigentlich die Augen möglichst heftig zusammenkneifen, um nichts mehr zu sehen? Man könnte derzeit den Eindruck gewinnen. Griechen sollten darüber abstimmen, ob sie die europäische Hilfe auch dann noch wollen, wenn sie dafür sparen sollen.
 
Manche ForscherInnen bestreiten die demografische Katastrophe und damit die Notwendigkeit privater Vorsorge, weil angeblich die Geburtenraten je Frau falsch berechnet werden. Modern ist auch die Lobpreisung der gesetzlichen Rente, weil man zur Finanzierung ja nur Steuern und Sozialbeiträge der ach so vielen Reichen allein massiv erhöhen müsste, die darauf nicht mit Wegzug reagieren würden. Im Zweifel könnte man ja eine Mauer bauen.
 
Im November kommt dann das Ritual, Autofahrer zu verunsichern und sie mit gewaltigen Ersparniserwartungen zu dubiosen Billiganbietern zu treiben, obwohl ein solcher im vergangenen Jahr Pleite gemacht hat. Preisdruck in der Autoversicherung zu Gunsten der Versicherten würde ja Sinn machen, wenn die Gesellschaften unanständig hohe Profite machen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die 73 Gesellschaften, deren Umsatz– und Ertragszahlen für das nächste Autorating zur Verfügung stehen, haben in den vergangenen vier Jahren eine wenig erfreuliche Ertragshistorie hinter sich (siehe Doku). Im Jahre 2007 haben die Anbieter noch 703,05 Mio. € oder 4,61 % versicherungstechnischen Gewinn gemacht. Der ging über 579,65 Mio. € (3,84 %) auf 200,29 Mio. € (1,35 %) zurück. Gleichzeitig gingen die verdienten Nettobeiträge von 15,2 auf 14,8 Mrd. € massiv zurück. Bereits in 2010 haben die Autoversicherer ihre Beiträge massiv angehoben, so dass fast 400 Mio. € mehr Umsatz in die Kassen kamen. Trotzdem wurden aus 200,29 Mio. € Gewinn 626,65 Mio. € Verlust in 2010. Dieser Ergebniseinbruch um über 1,2 Mrd. € führt nun zu massiven Prämienerhöhungen, zumal die Autoversicherer im Zuge der Staatsschuldenkrise am Zinsmarkt keinen adäquaten Ausgleich bekommen. Welche Verbraucher haben eigentlich etwas davon, wenn weitere Autoversicherer Pleite gehen? (map)
map-fax 44/11