Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind Personenschäden nach Unfällen in den ersten elf Monaten 2007 um 3,2 Prozent auf 401.000 gestiegen. Damit kommen auf die Versicherer steigende Kosten zu, insbesondere für die Nachsorge von Schwerstverletzten.
Bis zu 150.000 Euro können pro Einzelfall laut Informationen der HUK-Coburg beim „schweren Personenschaden“ auflaufen. Daher versuchen fast alle Kfz-Versicherer mit besonderen Betreuungsangeboten für schwerstgeschädigte Unfallopfer ihre Kosten zu senken und kooperieren inzwischen mit speziellen Rehabilitationsdienstleistern. Dieses so genannte Personenmanagement ist auch Hauptthema beim heute (24.1.2008) in Goslar stattfindenden Verkehrsgerichtstag.
Die beauftragten Rehabilitationsdienstleister kümmern sich intensiv um die Verletzten, erstellen eine Prognose über den Heilungsprozess und einen Plan für die medizinische und berufliche Rehabilitation. Durch diese Betreuung kann ein Einsparpotenzial von zehn bis 15 Prozent für die Schadenregulierung verwirklicht werden. Beispielsweise spart die Allianz beim erfolgreichen Reha-Management zwischen 2.500 Euro und in Einzelfällen bis zu 40.000 Euro pro Jahr. „Im Idealfall ergibt sich eine Win-win-Situation“, sagt der Verkehrs- und Versicherungsrechtler Klaus Schneider in der Financial Times Deutschland zu diesem Thema. „Der Versicherer spart Kosten, und der Geschädigte bekommt eine optimale Rehabilitation.“
Allerdings müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Zum Beispiel sollten die Reha-Dienstleister strikt unabhängig vom Versicherer arbeiten. Nach Angaben des Rückversicherers Gen Re kehren etwa 80 Prozent wieder in den Beruf zurück, einige nach einer Umschulung, einige nach Umbauten in der früheren Firma.