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Wie die Financial Times Deutschland (FTD) und andere Medien heute (30.8.2011) berichteten, plant die Central-Krankenversicherung, ihren Außendienst zu schließen. Dazu solle auch der Vertrieb über Versicherungsmakler eingeschränkt oder sogar ganz eingestellt werden. Davon sollen voraussichtlich 600 Vermittler betroffen sein.

Hintergrund für diesen drastischen Schritt ist, dass die Vertriebspolitik der Billigtarife gescheitert ist. Damit sollte Prämienwachstum generiert werden, um die Flaute durch die gesetzliche Dreijahreswartefrist von gutverdienenden Angestellten aufzufangen.

Nach FTD-Informationen wuchs die Generali-Tochter in den letzten Jahren zu 70 Prozent mit Billigtarifen, die meistens von Selbstständigen abgeschlossen wurden, die sich so gerade über Wasser halten können, wie beispielsweise Existenzgründer, freiberufliche Berufsstarter oder selbständige Taxifahrer. Doch die Leistungen dieser KV-Tarife liegen in der Regel unter dem Niveau der gesetzlichen Krankenkassen. Der Plan des fünftgrößten privaten Krankenversicherers war wohl, dass diese Versicherten bald ihre Absicherung verbessern würden und in deutlich teurere Tarife wechseln, was jedoch nicht eintrat. Stattdessen passierte eher das Gegenteil: Die Prämienzahlungen versiegten, weil viele der geringverdienenden Selbständigen wegen wirtschaftlicher Engpässe ihre Beiträge nicht mehr zahlen konnten. In Notfällen muss der Krankenversicherer dennoch für die ärztliche Behandlung aufkommen.

Die Generali wird nach Informationen der FTD den Central-Vertretern den Wechsel zu einem anderen Vertrieb anbieten. Dazu gehören der Außendienst der Generali Versicherungen in München und die Deutsche Vermögensberatung (DVAG). Der Vertrieb von Krankenversicherungspolicen soll dann aber nicht mehr zu den Kernaufgaben gehören.

Außerdem plant die Central Krankenversicherung, ihre Tarife zum Jahresende um 20 Prozent zu erhöhen, was ihren Vertrieb weiter erschweren wird.