In einen Urteil vom 18.8.2011 erklärte das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart (Az. 2 U 138/10) Vertragsklauseln der Allianz Lebensversicherung AG für unwirksam. Das OLG Stuttgart schloss sich damit einem bereits ergangenem Urteil des Landgerichts von 2010 an. Insbesondere beanstandete das OLG die fehlende Transparenz der Vertragsklausel der Allianz-Lebensversicherungen, falls diese vorzeitig gekündigt werden. Dem vorausgegangen war eine Klage der Verbraucherzentrale Hamburg zum Rückkaufwert, zur Beitragsfreistellung und zum Stornoabzug in den Lebens- und Rentenversicherungsverträgen der Allianz. Die Verbraucherzentrale kritisierte, dass der Versicherer seinen Kunden, die vom 1. Juli 2001 bis Ende 2007 Lebensversicherungen aufgelöst hätten, zu geringe Rückkaufswerte berechnet hatte.
Die deutschen Lebensversicherer konnten auch 2010 ihre Beitragseinnahmen deutlich gegenüber dem Vorjahr steigern. Mit 90,4 Milliarden Euro stiegen die Brutto-Beiträge um 6 Prozent (Vorjahr: 85,2 Milliarden Euro). Dies geht aus der neuen Broschüre „Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen“ des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, die heute (4.7.2011) in Berlin veröffentlicht wurde.
Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilt, haben 38 Lebensversicherungsunternehmen am 4.11.2009 gemeinsam die Versorgungsausgleichskasse (VAUSK) gegründet. Die VAUSK ist eine neue kapitalgedeckte Auffanglösung für Ausgleichsansprüche auf Rentenleistungen aus einer betrieblichen Altersvorsorge. Mit der Gründung der VAUSK erfüllen die Lebensversicherer einen Auftrag des Gesetzgebers aus dem neuen Versorgungsausgleichsrecht, das am 1. September 2009 in Kraft getreten ist. Die VAUSK ist eine Pensionskasse in der Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (VVaG).
Studie: Kundenmonitor Assekuranz 2009 - Schwerpunktthema „Zukunft der Lebensversicherung“
Die Finanzkrise hat das Vertrauen der Bundesbürger in ihre finanzielle Absicherung im Alter geschwächt: Aktuell sehen nur noch 43 Prozent der 18- bis 59-Jährigen ihre Vorsorgesituation als ausreichend an; vor dem Ausbruch der Finanzkrise im vergangenen Jahr waren dies noch 48 Prozent. Gleichzeitig steigt die generelle Altersvorsorgebereitschaft in der Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Dies zeigt der aktuelle „Kundenmonitor Assekuranz 2009“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov Psychonomics AG zum Schwerpunktthema „Zukunft der Lebensversicherung“.
Rentenversicherungen werden von den Lebensversicherern angepriesen wie sauer Bier. Die durchschnittlich versicherte monatliche Rentenhöhe ist von 2007 nach 2008 jedoch nur um 2,26 % von 224 auf 231 € angestiegen. Dazu mag auch der niedrige Durchschnitt bei Riester- Renten beitragen; das zeigen auch die Veränderungen in den versicherten Beständen. Doch nur gut ein Dutzend Lebensversicherer weisen durchschnittliche versicherte Monatsrenten auf, die deutlich mehr als das Doppelte des Durchschnittsbetrags ausmachen und damit mindest hinreichende Zusatzversorgung bedeuten (siehe Doku).
Probleme beim Gebrauchtkauf kennt mancher Autokäufer. Und wie steht es mit Garantien? Nicht selten wird dort dann eine Kraftfahrzeuggarantieversicherung eingesetzt. Doch beim Handel mit gebrauchten Lebensversicherungspolicen gibt es keine solche Garantieversicherung.
Die deutschen Lebensversicherer haben im ersten Halbjahr 2009 trotz der Wirtschaftskrise ihre Beitragseinnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,6 Prozent gesteigert. Das ergaben aktuelle Berechnungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV).
Die Lebensversicherungen behaupteten sich in 2008. Ihr Kapitalanlagenbestand wuchs bis zum Jahresende mit einem Plus von 0,9 Prozent auf einen neuen Höchstwert von 701,2 Milliarden Euro an. Dies gab Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) heute (14.7.2009) bekannt. Trotz der Rückschläge an den Börsen konnten die Versicherer auch 2008 Nettoerträge aus ihren Kapitalanlagen erwirtschaften und eine positive Verzinsung für ihre Kunden erzielen.
Finanzmarktkrise und die niedrigen Zinsen auf den Geld- und Kapitalmärkten gehen an den deutschen Lebensversicherern offensichtlich ohne größere schädliche Nebenwirkungen vorbei. Das zeigen die Überlegungen der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. zum zulässigen Höchstrechnungszins. Er soll 2010 da bleiben, wo er seit Anfang 2007 gründelt: bei 2,25 Prozent im Jahr. Im Schnitt der vergangenen Jahrzehnte lag er bei 3 Prozent.
Nach den Bestandsdaten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) haben die Bundesbürger über 91,1 Millionen Verträge mit Lebensversicherungsunternehmen abgeschlossen. Über ihre Lebensversicherer gingen im vergangenen Jahr 4.107 Beschwerden bei der Versicherungsaufsicht ein. Beschwerdeanfällig waren also nur 0,00451 % der Verträge.
Unsere Veröffentlichungen zu Ablaufleistungen und Beispielrechnungen hatten eine gewaltige Medienresonanz. Im Beitrag der Bild-Zeitung lesen wir erstaunt ein Zitat von Lilo Blunck, Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten: „Wer auf Nummer sicher gehen will, ist mit einer Kapital-Lebensversicherung gut beraten.“