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„Denkbar ist hier das Erstellen einer Positivliste mit einigen wenigen empfohlenen, vergleichsweise rentablen kostengünstigen und zugleich sicheren Produkten“ – so lautet die durchaus richtige Empfehlung am Ende der Studie „Zehn Jahre Riester-Rente: kein Grund zum Feiern“. Allerdings enthält diese Studie, die von der Friedrich Ebert Stiftung in Auftrag gegeben und im DIW Wochenbericht in Auszügen zitiert wird, nach Meinung von Diplommathematiker Michael Hauer einen schweren handwerklichen Fehler. So wird die Rendite der Riester-Rente nicht auf Basis der Beiträge, die der Verbraucher tatsächlich aus eigener Tasche leistet (Nettobeiträge), berechnet, sondern anhand des Gesamtbeitrags, also inklusive staatlicher Zulagen (Bruttobeiträge).
 
Dieses Berechnungsverfahren ist weder aus Kundensicht korrekt noch entspricht es laut Hauer den Regeln der Investitionstheorie, um die Rentabilität einer Investitionsentscheidung zu beurteilen. Für eine klassische Riesterrente, die 2011 abgeschlossen wird, ermittelt Axel Kleinlein, Autor der Studie, anhand der Bruttobeiträge (Beiträge plus staatliche Zulagen) eine jährliche Rentenrendite von 3,64 Prozent für Frauen bzw. 3,06 Prozent für Männer (am Beispiel einer 35-jährigen Person) – trotz fehlerhafter Vorgehensweise bei der Berechnung eine durchaus beachtliche Rendite. Dennoch verweist Kleinlein in seiner Studie vornehmlich auf die garantierte Rentenrendite, die bei etwa 1,5 Prozent liegt. Tatsächlich liegen die korrekten Renditen nach Kosten und Steuer zwischen 4 bis 5 Prozent p.a. – Werte, die das Institut für Vorsorge und Finanzplanung auf der Basis der Nettobeiträge ermittelt hat. „Bezieht man sich auf die Nettobeiträge, erhält man selbst bei sicherheitsorientierten Produkten eine beachtliche jährliche Rendite von über 4 Prozent. In einigen Fällen sogar weit darüber – und dies über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten“, sagt Hauer.  
 
“Die Studie des DIW kommt aus Kundensicht eindeutig zu einem falschen Ergebnis“, stellt auch Prof. Dr. Thomas Dommermuth, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des IVFP und Altersvorsorgeexperte fest, „denn den Vorsorgesparer interessiert einzig und allein, wie sich sein tatsächlich eingesetztes Geld verzinst. Auf dieser Grundlage sind Riester-Renditen in der Regel deutlich höher als in der DIW-Studie dargestellt. Die Konsequenz: Menschen, die für ihr Alter vorsorgen wollen und sollen, werden verunsichert. Leider.“ Die Aussage des DIW, ‚Riestern‘ sei oft nicht besser als das Geld in den Sparstrumpf zu stecken, ist nach Dommermuth falsch und sogar gefährlich, denn sie hält Verbraucher möglicherweise von der dringend erforderlichen langfristigen finanziellen Zukunftssicherung ab.