DruckversionWährend vielerorts das Totenglöckchen der Lebensversicherung geläutet wird, hat die Assekuranz dieses Jahr Gelegenheit, sich auf den Osterhasen zu freuen. EZB-Chef Trichet hat deutlich verkündet, dass von seinem Haus eine Zinswende zu erwarten ist. Und das wohl noch, bevor Meister Lampe seine Eier färbt.
Einige Marktbeobachter halten es gar für möglich, dass die April-Aktion aus Anlass der Inflationsbekämpfung nicht der einzige Eingriff der EZB bleibt. An den Devisenmärkten ist die Erwartung von Zinserhöhungen schon in den Dollarkurs eingepreist. Noch kämpft der € mit der Marke von 1,40 $, aber die Zinswende als solche wird kaum noch in Zweifel gestellt. Damit werden sich die Überschussbeteiligungen in der Lebensversicherung nicht gleich in schwindelerregende Höhen katapultieren, aber nach 15 Jahren Zinssenkungen ist die Trendwende absehbar, zumal der Markt der EZB vorangeht. Das Bundesfinanzministerium hat sich mit dem Umfang der Senkung des Höchstrechnungszinses jedenfalls bis auf die Knochen blamiert. Wann will sich die Branche eigentlich gegen diese Willkürmaßnahme wehren?
Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt. Tunesier, Ägypter und Libyer haben das längst kapiert... (map)
map-fax 10/11