DruckversionDie verantwortungslose Verschuldungsorgie des Staates hat die Vorsorgesparer viel Geld gekostet, denn die Notenbanken haben mit ihrer Geldmengen– und Zinspolitik die Verschwendung erst ermöglicht. In der Folge konnten von den Versicherern am Zinsmarkt nicht die nötigen Erträge erwirtschaftet werden, um den Versicherten auskömmliche Zinsen zahlen zu können. Seit etwa 2001 gehen die Überschussbeteiligungen stetig zurück, mehr als die Hälfte ihrer Zinsgewinne haben die Verbraucher durch den Politwahnsinn inzwischen verloren. Dazu kommt der Imageverlust.
Zum Jahresende, wenn die Deklarationen für das Folgejahr publiziert und Deklarationssätze gesenkt werden, müssen Vermittler und ihre Produktpartner den Kunden immer wieder beichten, dass sie noch weniger für ihre Altersvorsorge bekommen. Doch wie groß ist der Schaden wirklich, den die staatlichen Geldvergeuder angerichtet haben? Gute Frage.
Die Versicherungsaufsicht Bafin veröffentlicht unter www.bafin.de regelmäßig die Gewinnzerlegung in der Lebensversicherung in Tabelle 141 (siehe Doku). Der Interessierte kann schnell erkennen, dass die Risikogewinne von 4,6 auf über 6,4 Mrd. € angewachsen sind und die Gewinnbeteiligung in erheblichem Maße stabilisieren. Dank der Verwaltungskosten fallen Kostengewinne in Milliardenhöhe an, während die kalkulierten Abschlusskosten bei weitem nicht ausreichen. Ärgerlich für die Analyse des Staatsversagens: Die von Bafin als Zins bezeichnete Ergebniskomponente beinhaltet nicht nur die Erträge aus reinen Zinstiteln wie Anleihen der Lebensversicherer. Es sind alle laufenden Erträge, also auch Dividenden und Mieten damit vermischt, Aufwendungen und Zinsdirektgutschrift werden abgezogen. Die Kosten der Niedrigzinspolitik für die Verbraucher sind so, zum Schutz der Politik, nicht erkennbar. In den Gewinn– und Verlustrechnungen der Unternehmen sieht es kaum besser aus. Und so zeigt die Ergebniszerlegung unter „Zins“ kaum erklärbare Sprünge.
Auch veränderte Anlageschwerpunkte können den unsteten Verlauf nicht erklären, denn in den Bafin- Tabellen wie auch in den Bilanzen der LVU werden, wie bei den Aktien, nur direkt gehaltene Festverzinsliche ausgewiesen. Was sich unter „Fonds“ verbirgt, bleibt ein Geheimnis der Verschleierer. Zwei Jahre nach der Lehman-Pleite hat sich um Transparenz weiterhin niemand gekümmert. Der Analyst muss sich mit dem kümmerlichen Rest an Erkenntnis begnügen. Danach sieht er: Der Überschuss der Lebensversicherer hat sich auf 11,8 Mrd. € kräftig erholt, die RfBZuweisung auf 10,45 Mrd. €. Bleibt eine Frage: Sind Deklarationssatzsenkungen für 2011 überhaupt nötig?
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