Der BVK hat einen neuen Präsidenten. Auf Ludger Theilmeier, der 1991 zum Präsidenten des BVK gewählt wurde, folgt Michael H. Heinz (49), Versicherungsmakler aus Siegen. Neuer Vizepräsident ist Gerald Archangeli (35) aus Berlin. Wieder gewählt wurde Bernd Martin (62) aus Limburg. Ludger Theilmeier wurde für seine Verdienste, die er sich als Präsident des BVK erworben hat, zum Ehrenpräsidenten ernannt. 

BVK e.V.  HV Bonn 2004
Ludger Theilmeier und Michael H. Heinz

Zu Beginn der Mitgliederversammlung am 11. Mai 2004 begrüßte Ludger Theilmeier 420 Mitglieder und die Delegierten der Bezirksverbände, die stellvertretend für die 12.000 Mitglieder des BVK nach Bonn gekommen waren. In seinem letzten Bericht als Präsident ließ er die wichtigsten Ereignisse während seiner Präsidentschaft noch einmal Revue passieren. Er schlug den Bogen von der Wiedervereinigung Deutschlands und die Integration der neuen Bundesländer in den BVK über die Ventillösung, das Projekt „Einfirmenvertreter im Bild der Branche“, die EU-Richtlinie über Versicherungsvermittlung und deren Umsetzung in deutsches Recht, die Arbeit im Gemeinschaftsausschuss Versicherungsaußendienst, die Novellierung des VVG, die Riester-Rente bis hin zum Gesundheitsmodernisierungsgesetz und der geplanten Besteuerung der Lebensversicherung. Er hielt nicht mit Kritik an den Versicherungsunternehmen zurück, welche es als ihre wichtigste Aufgabe ansehen, die Gewinne der Aktionäre zu mehren. Wenn die berechtigten Interessen der Kunden, der Versicherungsnehmer, nicht mehr im Vordergrund stehen ist davon auch der Versicherungsvermittler betroffen, der nach den Vorgaben des BVK-Leitbildes die Kunden optimal und langfristig mit dem zu versorgen hat, was für sie notwendig und sinnvoll ist. In den entstehenden Konflikten werden ist es unsere Aufgabe, uns an den Interessen unserer Kunden zu orientieren. Der BVK repräsentiert die Unabhängigkeit und Souveränität jedes einzelnen Kollegen und die der Gemeinschaft der Vermittler. Ludger Theilmeier richtete an alle den Appell, sich von hausgemachten Problemen zu verabschieden und das „Gemeinsame Haus“ von BVK, Vertretervereinigungen und AVV zu einer wirklichen Stätte der Begegnung zu machen.

Die Leitanträge zu einem deutschen Versicherungsvermittlergesetz und zur Besteuerung der Lebensversicherung wurden einstimmig angenommen. Ebenso wurde der Antrag zur Position des BVK bei der Berechnung von laufenden Provisionen angenommen. Danach hat die im reformierten VVG vorgesehene Verkürzung der Laufzeiten eines Versicherungsvertrages keinen Einfluss auf die Höhe der Provision. Grundlage für die Umrechnung der bisherigen Provisionssysteme auf eine gleichbleibende laufende Provision wird das Gutachten von Prof. Dr. Helten sein. Der BVK wird den dem AVV angeschlossenen Vertretervereinigungen, die Mitglied im BVK sind, entsprechende Argumentationshilfen für ihre Verhandlungen zur Verfügung stellen. Ein weiterer Antrag wurde von den Delegierten angenommen. Danach wird der BVK in Absprache mit den K-Versicherern eine Änderung des K-Tarifes anstreben und insbesondere die Reduzierung der Tarifmerkmale und der Tarifvielfalt fordern.

BVK e.V. HV Bonn 2004

Die Workshops und die Fachtagung mit dem Thema „Gesundheitsreform und staatliche Sicherungssysteme - Was ist der richtige Weg?“, die mit hochkarätigen Fachleuten besetzt waren, fanden großes Interesse.

Bei der Öffentlichen Kundgebung am 13. Mai sprachen Ludger Theilmeier, Dr. Hermann Otto Solms, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Dr. Bernhard Schareck, Präsident des Gesmatverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft und der neue BVK-Präsident Michael H. Heinz.

Ausführliche Berichte werden in den nächsten Ausgaben unser Zeitschrift „Versicherungsvermittlung“ folgen.