Einer der wichtigsten Punkte der diesjährigen Jahreshauptsammlung des BVK in Berlin war die Verabschiedung des Leitantrags des Präsidiums „Honorarberatung - Ein Verbraucherschutzinstrument, das Verbraucher nicht brauchen und nicht wollen“. In diesem Leitantrag spricht sich der BVK für Verbraucherschutz aus und gegen eine staatlich geförderte Honorarberatung. Er weist die Unterstellung der Verbraucherzentralen, die Beratung der Versicherungsvermittler erfolge nicht objektiv, sondern provisionsorientiert, entschieden zurück. Nach Ansicht des BVK haben sich die Kunden bereits deutlich für eine Versicherungsvermittlung auf Provisionsbasis entschieden, weil es bei weit über 200.000 registrierten Versicherungsvermittlern nur 182 registrierte Versicherungsberater in Deutschland gibt.
In seinem Leitantrag unterstützt der BVK das Bundesverbraucherschutzministerium in seinen Bemühungen, Kunden vor Fehlberatungen durch Finanzdienstleistungsvermittler zu schützen. Diese sollen nach Auffassung des BVK in gleicher Weise qualifiziert sein und die gleichen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, wie sie für Versicherungsvermittler gelten. Die Delegierten verabschiedeten den Leitantrag bei der Mitgliederversammlung am 6. Mai 2010 einstimmig.
Zustimmung zur Satzungsänderung
Auf Antrag des Präsidiums stimmten die Delegierten ebenfalls für eine Satzungsänderung, die es dem BVK künftig erlaubt, seinen Mitgliedern, die Einfirmen- oder Mehrfachvertreter sind, einen Handelsvertreterrechtsschutz zusätzlich zur Rechtshilfe anzubieten. Damit wird die Mitgliedschaft im BVK attraktiver. Der Rechtsschutz mit einer Deckungssumme von 100.000 Euro und ohne Selbstbeteiligung soll für Mitglieder ohne zusätzliche Kosten im bisherigen Mitgliedsbeitrag enthalten sein. Mit der beschlossenen Satzungsänderung wurde der Weg des Präsidiums für den Vertragsabschluss mit einem Rechtsschutzversicherer frei.
BVK-Vizepräsident Ulrich Zander einstimmig wiedergewählt
Die Mitgliederversammlung hatte auch eine Personalwahl durchzuführen, weil die vierjährige Amtszeit von BVK-Vizepräsident Ulrich Zander ausgelaufen war. Er nimmt im Präsidium den Platz des vom Arbeitskreis Vertretervereinigungen der Deutschen Assekuranz e.V. (AVV) im Rahmen des „Gemeinsamen Hauses“ mit dem BVK benannten Vizepräsidenten ein. Die Delegierten bestätigten die Wahl von Ulrich Zander einstimmig. Damit gehört der 54-Jährige seit 2002 ununterbrochen dem BVK-Präsidium an. Seine Amtszeit beträgt vier Jahre.
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| Das Präsidium: Thomas Billerbeck, Michael H. Heinz, Ulrich Zander, Ludger Theilmeier (Ehrenpräsident) und Gerald Archangeli |
Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung, informierte in seiner Rede vor der Mitgliederversammlung über die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung.
Neben der Mitgliederversammlung konnten die über 400 angereisten Teilnehmer vier Workshops, eine Fachtagung sowie das BVK-Forum mit zahlreichen Ausstellern und Dienstleistern besuchen. Außerdem lockten touristische Begleitprogramme sowie der Festabend und der Berliner Abend mit einem bunten Unterhaltungsprogramm und artistischen Darbietungen. Damit bot die BVK-Jahreshauptversammlung wieder einmal viele Möglichkeiten, sich auszutauschen, sich zu informieren und die Verbandsentwicklung mitzubestimmen.
Fachtagung
Die Fachtagung am 7. Mai 2010 hatte eine spannende und teilweise recht emotional geführte Diskussion zu bieten. Nach der Begrüßung durch BVK-Präsident Michael H. Heinz sprach zum Auftakt Dr. Christian Grugel, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, in Vertretung der verhinderten Bundesministerin Ilse Aigner, die ebenso wie der angekündigte Bundestagsabgeordnete Dr. Klaus-Peter Flosbach wegen der Verabschiedung der Griechenlandhilfen im Bundestag unabkömmlich war.
Im Anschluss fand die Podiumsdiskussion zum Thema „Vermittlerprovisionen auf dem Prüfstand – wer profitiert von einer Honorarberatung?“ statt, an der zeitweise auch noch Dr. Christian Grugel teilnahm. Ralf Berndt (Vorstand Vertrieb und Marketing der Stuttgarter Lebensversicherung a.G.), Uwe Laue (Vorsitzender des Vertriebsausschusses im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft), Manfred Westphal (Fachbereichsleiter Finanzdienstleistungen Verbraucherzentrale Bundesverband) und BVK-Präsident Michael H. Heinz erörterten teilweise sehr kontrovers ihre Standpunkte. ZDF-Fernsehjournalist Michael Opoczynski hatte als Moderator die nicht einfache Aufgabe, die vor allem durch sehr engagierte Publikumsbeiträge hitzig verlaufende Diskussion zu bändigen.