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Der Bundesverband Deutscher Investmentgesellschaften (BVI) hat die neuen Sparplanergebnisse zum Jahresende veröffentlicht. Nach dem Börsencrash waren sicherlich keine tollen Zahlen erwartet worden. Doch was sich jetzt zeigt, sollte manchem fondsverliebten Anlageberater, Verbraucherschützer oder Vermittler zu denken geben. Wir haben aus der BVI-Statistik die 35 Aktienfondssparpläne erfasst, die seit mindestens 30 Jahren am Markt sind. Nach zehn Jahren Laufzeit hat es nur der Hansasecur geschafft, das eingezahlte Geld der Anleger zu erhalten, gar eine Rendite von 1,95 % zu erzielen. 34 der 35 Fondssparpläne sind tief in den roten Zahlen (s. Tabelle).  

Im Durchschnitt sind von 12.000 €, die von den Sparern eingezahlt wurden, 8.656 € noch da. Macht eine Rendite von –6,64 %. Fast ein Drittel des eingezahlten Geldes ist weg, bei zwei Gerling- Fonds über die Hälfte. Auch die Ergebnisse längerer Laufzeiten sind wenig vorzeigbar: -1,29 % nach 15 Jahren. 1,53 % nach 20 Jahren und 3,18 % nach 25 Jahren. Lediglich der 30-Jahres- Mittelwert mit 4,98 % ist konkurrenzfähig. Er liegt allerdings deutlich hinter den 5,45 %, die im 30-jährigen Marktmittel von der kapitalbildenden gemischten Lebensversicherung erreicht wurden (map-report 674-676). Und das auch noch auf einen Beitrag, in dem auch Prämienbestandteile für den Todesfallschutz enthalten sind.

 
Bemerkenswert an den Daten sind auch die Einzelergebnisse. Die häufig geäußerte These, international anlegende Aktienfonds (AIG) seien besonders sicher, lässt sich nicht bestätigen. Viele Fonds dieser Gruppe landen im Test weit unten, die in Deutschland anlegenden Fonds (ADE) sind wesentlich besser platziert. Natürlich gibt es auch Fonds mit weit überdurchschnittlichen Ergebnissen. Drei der vier besten Plätze gehen an Fonds der Deutsche-Bank-Tochter DWS. Aber auch der Blick auf den letzten Platz ist beeindruckend. Dort rangiert mit dem FT Nippon Dynamik ein in Japan anlegender Fonds, der in allen fünf Laufzeiten tief in den roten Zahlen steckt, also noch nicht einmal die eingezahlten Spargelder sichern konnte.
 
Zur Erinnerung: Japan war mit seinen Wachstumsraten in den 70er und 80er Jahren der Musterknabe der Weltwirtschaft. An den Börsen explodierten die Kurse. Zu Beginn der 90er platzte eine Immobilien– und Aktienblase. Davon hat sich das Land bis heute nicht wirklich erholt. Der Nikkei- Aktienindex, damals fast bei 40.000 Punkten, dümpelt heute bei 8.000 Punkten herum. Und die zahlreichen sinnlosen Konjunkturprogramme haben das Land in eine Verschuldung von über 180 % des Bruttoinlandsprodukts getrieben, schlimmer als Italien oder die USA. Glänzen konnte Japan vor allem, weil die Aktienbörsen in USA und Europa bis zum Beginn der 80er reichlich Langeweile verbreiteten (siehe langfristigen Dax-Chart in mapfax 43/08). Dann kamen Reagan, Thatcher und Kohl. Und eine leichte Öffnung der Geldschleusen durch Zentralbanken. Damit begann ein organischer Kursanstieg an den Weltbörsen, der seit 1995 von Gaga-Börsen abgelöst wurden. Mit aberwitzigen Bewertungen von heißer Luft und gigantischen Crashs.
 
Und nun? Verbraucher wie Vermittler müssen sich dringend um mehr Altersvorsorge bemühen. Über Aktien, Aktienfondssparplänen und Aktienfondspolicen? Die vielgepriesenen Chancen am Aktienmarkt wird es nachhaltig erst geben, wenn Vernunft die Hysterie an den Märkten verdängt und wieder Seriosität einkehrt. Davon ist ebenso wenig erkennbar wie eine Basis für einen organischen Aufschwung. Wer heute auf Aktien zur Altersvorsorge setzt, der riskiert, bei Erreichen des Ruhestands vor Anlageergebnissen zu stehen wie der FT Nippon Dynamik Fonds heute. Am Kapitalmarkt eingekaufte Garantien ohne Unterlegung mit Solvabilität bei den Fondsgesellschaften vermögen auch nicht als zusätzliche Sicherheit zu überzeugen.
 
Aus derzeitiger Sicht ist die konventionelle wie langweilige Lebensversicherung der bessere Weg. Völlig risikolos erscheint er aber auch nicht. Sicherlich werden die Lebensversicherer noch einige Jahre eine Niedrigzinsphase verkraften. Diese unverändert könnten in fünf Jahren Probleme zunehmen, den Garantiezins am Kapitalmarkt zu erwirtschaften. Doch in diesem Fall ist Hoffnung angebracht: Bis dahin könnte sich die europäische Zentralbank vom Niedrigzinsdiktat der USFED lösen...
(map 06/09)