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Beim Blick auf die Preistafeln der Tankstellen könnte es den Deutschen zurzeit schwindelig werden: So teuer wie in diesem Jahr war Benzin lange nicht mehr. Presseberichte sprechen vom höchsten Stand der Nachkriegsgeschichte. Und das in einer Zeit, in der viele Bundesbürger ohnehin den Gürtel enger schnallen. Viele sind aber auf das Fahrzeug angewiesen, also heißt es sparen. Das tut heute fast jeder, fand die AXA-Versicherung jetzt in einer repräsentativen von Psychonomics durchgeführten Studie heraus: 99 Prozent der Autofahrer nutzen mindestens eine von 14 untersuchten Möglichkeiten, die Kosten für ihren PKW zu senken.

Meist sind das alltägliche Dinge - so billig tanken wie möglich, benzinsparend fahren, kurze Strecken vermeiden. Doch was lohnt sich wirklich? Wer beispielsweise zehn Kilometer zur billigeren Tankstelle fährt, um dort zwei Cent pro Liter weniger zu zahlen, hat abgesehen vom guten Gefühl kaum etwas erreicht. Trotzdem ist die Suche nach der preisgünstigsten Tankstelle der Sparhit unter deutschen Autofahrern: 84 Prozent der Befragten geben an, immer die günstigste Zapfsäule zu suchen oder zumindest schon einmal gesucht zu haben. Auch Anderes soll helfen, den Geldbeutel zu schonen - etwa regelmäßige Wartung und Pflege des Autos (63 Prozent immer, 23 Prozent gelegentlich), der Check von Fahrzeugtyp (Typklasse) und Benzinverbrauch vor dem Autokauf (50 Prozent immer, 25 Prozent gelegentlich) oder unnötige Beladung vermeiden, die den Benzinverbrauch erhöht (41 Prozent immer, 18 Prozent gelegentlich). Anja Schweitzer, beim Marktforschungsinstitut Psychonomics verantwortlich für die AXA-Studie: „Auffällig ist, dass besonders ältere Autofahrer laut Studie sehr kostenbewusst sind und pfleglich mit ihrem Fahrzeug umgehen - beispielsweise um teure Reparaturen zu vermeiden: Die Gruppe der über 55-Jährigen spart am meisten - außer, wenn es um die Reparatur geht. Hierfür bevorzugt diese Altersgruppe nach wie vor die Herstellerwerkstatt."

Doch so richtig viel sparen die PKW-Nutzer mit ihren Aktionen nicht. Dort, wo sie merklich etwas für´s Portemonnaie tun könnten, zeigen sie sich erstaunlich zögerlich - zum Beispiel dabei, einen Neuwagen als Reimport oder über das Internet zu kaufen. Für rund 40 Prozent käme das überhaupt nicht in Frage.

Auch bei der Kfz-Versicherung lässt sich Geld sparen. Jeder Zweite der Befragten nutzt die Möglichkeiten auch - zum Beispiel einen Zweitwagentarif oder eine günstigere Einstufung für wenig gefahrene Kilometer.

Aber nur jeder Fünfte vergleicht regelmäßig die Tarife verschiedener Versicherer. Zwischen denen gibt es aber zum Teil erhebliche Preisunterschiede. "Der Hauptgrund für die Zurückhaltung beim Thema Versicherung ist sicherlich der Aufwand, der mit der Suche nach dem Sparpotenzial verbunden ist," erklärt Schweitzer. "An der Tankstelle lässt sich leichter erkennen, wo ich das günstigste Benzin bekomme."

Mehr als die Hälfte derjenigen, die die Versicherung wechseln oder wechseln wollen, tut dies aus Kostengründen (57 Prozent). Aber nur drei Prozent geben an, dass sie schon einmal eine Kfz-Versicherung über das Internet abgeschlossen haben.
AbschlusswegeVers600
90 Prozent bevorzugen den Vermittler

Knapp 90 Prozent der Befragten - auch unter denjenigen, die ihre derzeitige Kfz-Versicherung über das Internet abgeschlossen haben - bevorzugen auch weiterhin den persönlichen Zugang über den Vermittler zu Hause, in der Geschäftsstelle oder über einen Versicherungsmakler. 16 Prozent der Befragten geben sogar an, dass ein Wechsel der Kfz-Versicherung für sie grundsätzlich nicht in Frage kommt - mehr als 40 Prozent von ihnen entweder, weil sie ihren Vermittler gut kennen und ihm vertrauen oder weil ihnen die Leistungen wichtiger sind als der Preis.

Top 10 der Sparmöglichkeiten der deutschen Autofahrer

  1. Die preisgünstigste Tankstelle suchen
  2. Regelmäßige Pflege/Wartung, um Benzin-/Reparaturkosten zu sparen
  3. Check von Fahrzeug-Typ & Spritverbrauch vor Kauf, um Benzin/Steuern zu sparen
  4. Doppelte Schutzbrief-Absicherung vermeiden
  5. Früh in den nächsten Gang schalten, bei Halt Motor aus
  6. Unnötige Beladung vermeiden
  7. Reparaturen in Meister- statt in Herstellerwerkstätten durchführen lassen
  8. Kurze Strecken mit dem Auto vermeiden
  9. Gebraucht- oder Jahreswagen statt Neuwagen kaufen
  10. Mögliche Beitragsvergünstigungen in der Kfz-Versicherung nutzen
  11. Angaben zur Studie

Repräsentative Befragung von Autofahrern in Deutschland - Stichprobengröße: 886 Autofahrer- Zeitraum: 2. bis 21.09.2004 - Durchführendes Institut: Psychonomics AG, Köln