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Eigentlich sollte 2008 ein Rekordjahr für Investmentfonds werden. Durch die Einführung der Abgeltungssteuer Anfang 2009 sollte ein gigantisches Steuerschlussgeschäft ähnlich der Lebensversicherung 2004 erreicht werden. Das positive Rekordjahr fällt aus, dafür verbucht die Branche im Oktober 2008 die höchsten Mittelabflüsse ihrer Geschichte. Das in Publikumsfonds verwaltete Vermögen beträgt nur noch 585,4 Mrd. €. 


Gegenüber dem Vormonat ist das ein Rückgang um 82,7 Mrd. € oder 12,37 %, gegenüber dem Vorjahresmonat gar um 165,3 Mrd. € oder 22,02 %. Das ist bitter für die Fondsgesellschaften, denn das Fondsvermögen ist über die Gebührenstaffel eine der wichtigsten Einnahmequellen, so dass inzwischen Gerüchte über Personalabbau bei Fondsgesellschaften die Runde machen. Besonders peinlich: Der Vermögensrückgang gegenüber dem Vormonat von 82,66 Mrd. € resultiert aus einem negativen Nettomittelaufkommen von 46,34 Mrd. € und einem Wertverlust der gehaltenen Papiere von 36,32 Mrd. €. 

 
Der Vertrauensverlust bei den Anlegern ist also größer als der Wertverlust im Börsencrash. Besonders hohe Wertverluste verzeichnen die in Euro anlegenden Aktienfonds, während Anlagen im Dollarraum von der Kurserholung des Dollar gegenüber dem Euro profitieren. Besonders hohe Mittelabflüsse gibt es auch bei Geldmarkt– und Immobilienfonds, die als Fels in der Brandung verkauft wurden, sich angesichts zahlreicher zur Rücknahme geschlossener Fonds eher als Treibsand entpuppen.
 
Die Strategie, Kursrisiken bei Aktienfonds dadurch zu vermeiden, dass man auf dem Kursgipfel die Mittel in vermeintlich sichere Renten– oder Immobilienfonds umschichtet, geht nur dann auf, wenn diese Fonds bei Erreichen des Ansparzielzeitpunkts, zum Beispiel dem Rentenbeginn, nicht zur Rücknahme geschlossen sind. Im Prinzip ist es ja richtig, sparbuchorientierte Bundesbürger über Fonds an die Wertpapieranlage heranzuführen. Dazu müsste man aber Vertrauen gewinnen. Durch eine ehrliche Aufklärung über Chancen und Risiken. Wer diese ehrliche Aufklärung aber aus blanker Umsatzgier unterlässt, der hat Vertrauen nicht verdient und schadet dem Fondsgedanken.
(map-fax 48/08)