DruckversionDruckversion

Mit schlechtem Gewissen zurück vom Urlaub im sonnigen Süden. Verärgert über den Werber, der auf der Strandpromenade zur Besichtigung einer Ferienanlage einlud. Reue über den dort abgeschlossenen Timesharing-Vertrag. Der Kunde erhält dabei für einen bestimmten Zeitraum das Nutzungsrecht an einem Ferienappartement. Der Preis für das Nutzungsrecht, das in der Regel für zwei oder drei Wochen pro Jahr gilt, kann je nach Laufzeit des Vertrags 10.000 Euro oder mehr betragen und muss im Voraus bezahlt werden. Doch es gibt eigentlich keinen Grund, Miete auf Jahre im Voraus zu bezahlen, sagt die Stiftung Warentest.

Zahlreiche Touristen erkennen meist erst zu spät, dass sie durch die Vorauszahlung des Nutzungsentgelts finanzielle Nachteile haben und mit den jährlichen Zahlungen für die Instandhaltungskosten zusätzliche Belastungen übernehmen. Verträge mit einer Laufzeit von drei Jahren und mehr können nach den Vorschriften der EU-Mitgliedsstaaten von den Kunden zwar widerrufen werden. "Für viele Timesharing-Verträge gelten die deutschen Verbraucherschutznormen jedoch gar nicht, weil der Vertrag einer ausländischen Rechtsordnung unterliegt", beklagt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Außerdem lassen sich unseriöse Anbieter sofort nach Vertragsabschluss eine hohe Anzahlung von der Hausbank des Kunden anweisen und ignorieren damit ein ausdrückliches Verbot des EU-Gesetzgebers. "Der finanzielle Schaden ist für die Kunden praktisch irreparabel, weil sie diese Anzahlung trotz eines Widerrufs nicht zurückerhalten", sagen die Verbraucherschützer.

Deshalb sollte man sich am Urlaubsort nicht auf solche Verträge einlassen und am besten bereits eine Besichtigung der Ferienanlage ablehnen. Auf keinen Fall jedoch, wie die Verbraucherschützer raten, "Bankverbindung oder Nummer der Kreditkarte preisgeben".

Oskar H. Metzger, München