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Protokoll Frühjahrsveranstaltung

Protokoll der Mitgliederversammlung und der Frühjahrsveranstaltung des Bezirks-verbandes Ulm am 28.03.2018 in der Raststätte Seligweiler bei Ulm 

Um 13:30 Uhr begrüßte Oliver Freiwald 28 BVK Mitglieder und besonders unseren Ehrenvorsitzenden Herrn Schmidt-Köppen zur Mitgliederversammlung des BV Ulm in der Raststätte Seligweiler bei Ulm

Er gab den Anwesenden einen Überblick über die Aktivitäten im Jahr 2017 des Bezirksverbandes Ulm 

1.    Sommervergnügen 2017: Dieses wurde wieder in zuverlässiger und gewohnter Manier von Peter Ostermayer organisiert.
2.    Der 12. Tag der Versicherungswirtschaft in den Räumen der IHK Ulm wurde unter maßgeblicher Führung von Oliver Freiwald und Helge Müller vorbereitet.
3.    Wurden Gespräche mit der IHK Ulm mit dem Schwerpunktthema Ausbildung geführt
4.    Mehrere Vorstandssitzungen fanden im Jahr 2017 statt, die u. a. auch der Vorbereitung für die Veranstaltung des Tages der Versicherungswirtschaft bei der IHK Ulm dienten und der Vorbereitung der Mitgliederversammlung des BV Ulm dienten..
5.    Unser Vorsitzender Oliver Freiwald nahm bei Tagungen und bei Sitzungen des Regionalverbandes und bei der Tagung der Bezirksverbandsvorsitzenden in Bonn teil.

Tätigkeiten und Verdienste unseres Berufsverbandes im Jahr 2017:

1)    Wie wichtig die politische Arbeit des BVK ist, sieht man beim Zustandekommen der Gesetzgebung IDD. Dieses Gesetz wurde stark nach Vorgaben des BVK entworfen. 
2)    Bei dem Gerichtsurteil wurde gegen Check24 vom Gesetzgeber festgelegt, dass keine Vermittlung ohne Beratung auf allen Vertriebskanälen erfolgen darf. Und daran hat sich Check24 ebenfalls zu halten. Der Erfolg beim gerichtlichen Verfahren gegen Check24 brachte eine unglaubliche Publicity in der Öffentlichkeit für den BVK. Der BVK wird mittlerweile vollkommen anders wahrgenommen als noch vor 5 Jahren.
3)    Die politische Arbeit durch die Herren Heinz und Dr. Eichele ist sehr intensiv und zeitraubend. Aktuell wird die Arbeit erschwert durch die neue Regierungsbildung, bei der viele Ansprechpartner (Staatssekretäre) ausgetauscht wurden. Hier müssen wieder neue Verbindungen aufgebaut werden.
4)    Positiv ist, dass die aktuelle Bildungsministerin Karliczek unserem Berufsverband sehr nahe gestellt ist. Sie hat als Staatssekretärin jedes Jahr ein Praktikum in Versicherungsbüros gemacht. Ebenso wichtig ist der neue Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil für unseren Berufsverband.
5)    Erfreulicherweise ist die Bürgerversicherung zumindest vorerst vom Tisch.
6)    Eine Pflichtversicherung für Selbstständige ist zurzeit eine Opt-Out-Lösung.
7)    Die Provision/Courtage bleibt die Leitvergütung von uns Selbstständigen Versicherungsvermittlern.
8)    Ein Provisionsabgabeverbot wurde nun gesetzlich verankert.
9)    Erfreulicherweise hat der BVK durchgesetzt, dass keine obligatorisch Provisions-offenlegung seitens der Vermittler stattfinden muss.
10)    Ein Verbot von Anreizen, die nicht zum bedarfsgerechten Produktverkauf führen, wurde ebenfalls gesetzlich festgelegt. Dies bedeutet zwar eine weitgehende Einschränkung der Vertriebssteuerung, aber dient dem Schutz des Verbrauchers.
11)    Hat der BVK aus eigenem Antrieb eine Qualifikation auf hohem Niveau für seine Mitglieder eingeführt.
12)    Ein Honorar kann jeder Vermittler laut dem IDD entnehmen, jedoch verbieten unsere Verträge dies meistens.


Fazit:

Der BVK muss in Berlin und in Brüssel stark präsent sein, um die Interessen unseres Berufsverbandes durchsetzen zu können. Hier sind unser Präsident Herr Heinz, unser Geschäftsführer Dr. Eichele und Herr Zander besonders aktiv.

Lobbyarbeit:

Die Lobbyarbeit wird von der Politik gefordert, weil die Ministerien oft keine Ahnung über die Themen und Probleme der Berufsstände haben. 

Oliver Freiwald:

Oliver Freiwald sprach noch folgende Themen an:
Digitalisierung: Hier sieht unser Vorsitzender mehr Chancen als Risiken, sofern die Versicherungsgesellschaften gut mitmachen und die Vermittler unterstützen und uns im digitalisierten Vertrieb einbinden.

In naher Zukunft wird unser Geschäftsmodell sowieso im Fokus sein:
- wird stationäre Versicherungsvermittlung noch gebraucht?
- wodurch wird das Modell des Versicherungsvermittlers bedroht?

Wir müssen unsere Betriebe betriebswirtschaftlich führen und nicht nach dem Zufallsprinzip.

Achtung: Bei Neukunden muss immer erst eine Erstinformation ausgehändigt werden. 

Demographische Entwicklung:
1)    Die negative Entwicklung wird sich fortsetzen. Versicherer verlängern immer häufiger Agenturverträge, da sie keine Nachfolger für die Agenturen finden können.

Die Ursache könnte darin liegen, dass trotz der vielen positiven Pressemitteilungen über den BVK im vergangenen Jahr das Berufsbild des Versicherungsvertreters immer noch negativ ist.
2)    Zu den Versicherern hatte Oliver Freiwald noch folgendes zu bemerken: Die Versicherer haben sich immer noch nicht geändert: Sie praktizieren permanentes Fremdgehen bei einseitigem Einfordern und Einklagen von Exklusivität bei ihren Vertretern.
3)    Die Versicherer offenbaren ein einseitiges und hilfloses Handeln in Sachen PKV und LV.

Was können wir tun?

Ehrbare Vorbilder sein.

Herr Dominik Hoffmann der BVK Referent des Hauptgeschäftsführers hielt anschließend einen Vortrag über Facebook im Versicherungsvertrieb. Herr Hoffmann unterstützt Herrn Dr. Eichele bei seiner politischen Arbeit.

Facebook:

Größte soziale Netzwerk der Welt mit weltweit über 2 Mrd. Nutzern, und 31 Mio. davon in Deutschland, steht zurzeit heftig in Kritik. 

Achtung: bevor Sie sich bei Facebook anmelden, müssen Sie erst einmal ihren Agenturvertrag prüfen, ob eine Nutzung von Facebook für Sie erlaubt ist.

Zwingend notwendig ist die Erstellung eines persönlichen Facebook Kontos. Danach kann erst eine Facebook Firmenseite erstellt werden.
Beim Impressum kann leider keine Erstinformation eingefügt werden. Hier muss ein Link, unter dem Reiter Info, zur Erstinformation gelegt werden bzw. ein Link zur Homepage. 

Wichtig: Facebook Seite unbedingt zertifizieren lassen!

Bei Facebook, wie auch auf der Homepage die individuelle Strategie einsetzen, wie z. B. unsere Stärke bei Spezialisierung, Alleinstellungsmerkmale oder Zielgruppen, die wir erfolgreich bearbeiten, aufführen. Der Vorteil von Facebook ist die Möglichkeit zu Posten, Angebote, Filme und Fotos einstellen und in der Aktion, Hashtags und Verlinkungen. Setzt man ein Hashtag z. B. vor Gewerbeversicherungen bedeutet dies bei Google, dass derjenige der nach Gewerbeversicherungen sucht, automatisch an Sie weitergeleitet wird.

Vorsicht!
Bei Verwendung des Facebook Messenger: Die Daten landen in den USA. Ein Power-Point Vortrag von Herrn Hoffmann liegt unserem Protokoll bei bzw. wird separat zugemailt. 

Peter Ostermayer

Unser Freund Peter Ostermayer berichtete über die Mitgliederentwicklung des BV Ulm. Der BV Ulm hat 96 Mitglieder, das bedeutet mehr Mitglieder als in BV Heilbronn, in BV Ravensburg, in BV Pforzheim und in BV Reutlingen. Lediglich Freiburg mit 251 Mitgliedern und Stuttgart mit 408 Mitgliedern sind stärkere Bezirksverbände in unserer Region.

Ehrungen:
•    Peter Fuchs (ehemaliger Bezirksvorsitzender), wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft im Bezirksverband Ulm geehrt und erhielt die silberne Ehrennadel des BVK.
•    Dieter Rupp wurde für 30 Jahre Mitgliedschaft geehrt.
•    Joachim Langer ebenfalls für 30 Jahre Mitgliedschaft, die er allerdings schon im Jahr 2017 feiern konnte. Er konnte nur zu seiner Ehrung nicht anwesend sein, da er im Urlaub war.
•    Lutz Störrle wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Tragisch, er konnte nicht bei seiner Ehrung dabei sein, da er seinen Sohn beerdigen musste.
•    Die Krönung ist die 50 Jahre Mitgliedschaft der Bezirksdirektion Schilling in Neu-Ulm, eine Bezirksdirektion der AXA.

Nachdem Peter Ostermayer die Ehrungen vorgenommen hatte, wurde von Hartmut Pfaffinger ein hochinteressanter Vortrag gehalten. 

Thema: Das Wachstum der Vermittlervertriebe sicherstellen – Qualität, Digitalisierung und IDD als Chance zur Profilierung

Zuerst gab Herr Pfaffinger den Anwesenden eine Übersicht über die Marktentwicklung von 2010-2018. Hier wuchsen die Beitragseinnahmen der Versicherer lediglich nur noch um 1,3 %. In den Jahren davor von 1980-2010 war ein durchschnittlicher Prämienanstieg bzw. –einnahmen von 16,5% zu verzeichnen.

In Leben gab es in den letzten 6 Jahren lediglich ein Wachstum von 0,5 %.

Fazit von Herrn Pfaffinger: Wir kommen zu einem schrumpfenden Markt.

Wie verhält sich der Kunde?
Der „überforderte Unterstützungssucher“ Anteil reduziert sich von 26% der Verbraucher auf 20 %. Allerdings erhöhten sich die Anteile der treuen Vertreterkunden von 18 % auf 22 %. 

Kundenzufriedenheit: ist die einzige Ursache für die Kundenbindung. Deshalb ist der allerwichtigste zufriedene Kunde (mehr nach zu lesen im Power-Point Vortrag von Herrn Pfaffinger). Deswegen ist auch die Cross selling Quote bei zufriedenen Kunden sehr hoch. Dies beträgt bei der LVM 5,5 , bei der Allianz 5,9  und bei der W&W 6,6 Verträge pro Kunde.

Agentursituation:
Kosten:
Personalkosten betragen ca. 40 %
Raumkosten 5,7 %
Betriebsausgaben ca. 62,4 %

Wir müssen unseren Betrieb effizienter machen und uns fragen was mache ich.

Wichtig ist natürlich eine ausreichende Personaldecke im Innen- und Außendienst. 
Ein hoher Spezialisierungsgrad (hohe Qualifikation).

à    Beherrschung der ganzen Produktpalette in PK
à    Hohe Crossselling Quote 
à    Starke Prozessorientierung 
à    Kunden stehen im Fokus
à    Nutzung des IT zur Kostenentlastung
à    ausgefeilte Beratungslogik
(ausführliche Information haben Sie im Power-Point Vortrag von Hartmut Pfaffinger bereits erhalten)

Wichtige Punkte sind noch:

à    Kunden klassifizieren
à    Qualitätsmanagement einführen bzw. verbessern: Das ist die systematische Planung, nachhaltige Umsetzung und regelmäßige Überwachung meiner Tätigkeit.
à    Qualitätskennziffern: Schadenregulierung: ist in 14 Tagen ein Schaden nicht reguliert, geht an den Abteilungsleiter eine Mail raus. 
à    Bei Makler: nach 3 Wochen wird der Versicherer ausgelistet.
à    Kunden in vereinbarten Turnus alle 2 Jahre besuchen
à    Bei Makler: Maklermandat darf nicht älter als 4 Jahre sein
à    Planen und Dokumentieren Sie: Wie will ich was umsetzen?

Veränderung durch die digitale Welt: 
Als Beispiel wie sich die Welt der Taxis in New York innerhalb von 5 Jahren verändert hat. Die gelben Taxis, genannt auch Yellow Cab, dominiert im Jahr 2012 das Straßenbild von New York. An gleicher Stelle, am Times Square sieht man heute, wenn man Glück hat, ein gelbes Taxi. Alle anderen sind Obertaxis. 

Der 3D-Drucker
In China wurde das erste Einfamilienhaus aus einem 3D-Drucker gebaut.

Deswegen für die Vermittler: 
Ein radikaler Umbruch wird kommen.

IDD gilt für PK und GK Geschäft seit dem 23.02.2018! (Anmerkung zu IDD)

Hinweis zu IDD
Mitarbeiter der Agenturen müssen jetzt registriert werden und 18 Stunden Fortbildung machen. Überwachungspflicht der Mitarbeiter zu der Leumund und Qualifikation. Eine Weiterbildung ist aber nur für die Felder erforderlich, die der Innendienstmitarbeiter bearbeitet. Ist er nur für Kfz zuständig, so reicht eine Fortbildung im Kfz Versicherungs-bereich.
Wichtige Pflicht für den Vermittler: Eine Schufa der Innendienstmitarbeiter zu verlangen, sowohl für bestehende Arbeitsverhältnisse als auch für Neueinstellung.

Ab 23.02.2018 ist es Pflicht, das Produktinformationsblatt bei nicht Leben Kunden auszuhändigen.

Bei Anlageprodukten: unbedingt einen Warnhinweis ausstellen.

Wir sind auf die Ebene des Steuerberaters gehoben worden, weil wir beraten „müssen“.

Noch ein Hinweis zu Topkunden: Loyale Kunden unbedingt betreuen, denn diese kaufen mehr, bleiben länger und empfehlen uns häufiger.

Wie sind die Vermittler in Deutschland aufgestellt?
à    20,1 % sind Einzelkämpfer
à    20,4 % Unterstützer (haben eine 450 € Kraft eingestellt)
à    41,7 % sind Beginner (3-5 Leute eingestellt)
à    14,7 % sind Fortgeschrittene (6-10 Leute eingestellt)
à    3,1 % sind etablierte Betriebe, diese haben mehr als 10 Mitarbeiter eingestellt

Am Schluss gab Hartmut Pfaffinger ein Hinweis darauf, dass eine Unternehmungsberatung 238 € am Tag kostet und eine effektive Unternehmensberatung 10 Tage gemacht werden muss. Hierfür kann man allerdings Fördermittel beantragen in Höhe von 80 % der entstehenden Kosten. 

Um 17 Uhr beendete Oliver Freiwald diese höchstinteressante Veranstaltung.


gezeichnet  am 16.04.2018 / 07.06.2018 kl
Dietmar Diebold