Frühstartrente: BVK lehnt Beratungsverzicht ab und fordert Nachbesserungen
Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) begrüßt die geplante Einführung der Frühstartrente als wichtigen Schritt zur Stärkung der privaten kapitalgedeckten Altersvorsorge. Die vorgesehene staatliche Förderung kann dazu beitragen, Kinder und Jugendliche frühzeitig an Vermögensbildung, Kapitalmarkt und private Altersvorsorge heranzuführen.
Zugleich lehnt der BVK die im Referentenentwurf angelegte weitgehende Verdrängung qualifizierter Beratung und Vermittlung entschieden ab. Nach Auffassung des Verbandes können Finanzbildung und langfristiger Vermögensaufbau nur mit kompetenter persönlicher Beratung nachhaltig gelingen. Ein Beratungsverzicht geht zulasten der Verbraucher und gefährdet langfristig den Erfolg der Frühstartrente.
„Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist es sinnvoll, schon in jungen Jahren mit dem Aufbau einer kapitalgedeckten Altersvorsorge zu beginnen. Die Frühstartrente setzt hier ein wichtiges Signal“, erklärt BVK-Präsident Michael H. Heinz. „Finanzbildung entsteht jedoch nicht allein durch staatliche Zuschüsse oder digitale Informationsangebote ohne Beratung.“
Darüber hinaus sieht der BVK beim Referentenentwurf erheblichen Nachbesserungsbedarf. Kritik übt der Verband insbesondere an der vorgesehenen Beschränkung auf einzelne Geburtsjahrgänge. „Wenn die Frühstartrente eine breite Wirkung entfalten soll, müssen alle Kinder zwischen sechs und 18 Jahren einbezogen werden“, so Heinz.
Zudem bewertet der BVK die ausschließliche Förderfähigkeit von Standarddepot-Verträgen kritisch. Die Konzentration auf ein einziges Vorsorgeprodukt schränke den Wettbewerb ein und begrenze die Wahlfreiheit der Verbraucher. Auch bestehe die Gefahr, dass private Anbieter aufgrund geringer Förderbeträge und strenger Kostenregelungen wirtschaftlich kaum tragfähige Angebote entwickeln können.
Der Verband warnt außerdem davor, dass die vorgesehene staatliche Auffanglösung zu einer dauerhaften Alternative für große Teile der Förderberechtigten werden könnte. Ziel müsse vielmehr sein, möglichst viele Kinder und Familien an individuelle kapitalgedeckte Vorsorge heranzuführen.
Insgesamt bewertet der BVK die Frühstartrente als richtigen Ansatz. Damit sie ihr volles Potenzial entfalten kann, müsse sie jedoch auf Wettbewerb, Produktvielfalt und qualifizierte Beratung setzen sowie Teil einer lebenslangen privaten Vorsorgestrategie sein. „Die Frühstartrente kann ein wichtiger Einstieg in die private Altersvorsorge werden. Dafür müssen jetzt die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden“, so Heinz.