Versicherungsvertrieb im Wandel: KI, Beratungspflicht und neue Regulierungen im Fokus des 14. BVK-Vertriebsrechtssymposions
Künstliche Intelligenz, europäische Regulierung und die Zukunft der Beratungspflicht: Mit diesen hochaktuellen Themen beschäftigt sich das 14. Vertriebsrechtssymposion des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), das am 6. Oktober gemeinsam mit der Forschungsstelle für Versicherungswesen der Universität Münster stattfindet.
Das etablierte Wissenschaftsforum bringt erneut Wissenschaft, Rechtsexpertise und Vertriebspraxis zusammen. Im Mittelpunkt stehen zwei Entwicklungen, die den Versicherungsvertrieb nachhaltig prägen: Der zunehmende Einsatz von KI im Vertrieb und die Frage, welche Rolle die persönliche Beratung künftig noch spielen wird. Dabei wird insbesondere das Spannungsfeld zwischen gesetzlicher Beratungspflicht und sogenannten „Execution-only“-Abschlüssen beleuchtet.
Der BVK hat sich zu beiden Themen zuletzt klar positioniert. So fordert der Verband von Aufsichtsbehörden wie BaFin, DIHK und EIOPA, bestehende rechtliche Vorgaben für KI-Anwendungen konsequent anzuwenden, um Transparenz und Verbraucherschutz sicherzustellen. Gleichzeitig warnt der BVK davor, dass aktuelle Reformvorhaben in der Altersvorsorge standardisierte Online-Abschlüsse fördern und damit die bewährte qualifizierte persönliche Beratung zunehmend in den Hintergrund drängen.
In zehn Fachvorträgen analysieren renommierte Wissenschaftler, Versicherungsrechtler und Branchenexperten die rechtlichen, regulatorischen und praktischen Herausforderungen des modernen Versicherungsvertriebs. Einen besonderen Akzent setzt Professor Dr. Friedrich Graf von Westphalen mit seinem Vortrag zum „hybriden Kunden“ und den daraus resultierenden Datenschutzanforderungen. Internationale Perspektiven liefern zudem Vertreter des niederländischen Maklerverbandes ADFIZ und der österreichischen Wirtschaftskammer.
Grußworte von Professorin Dr. Petra Pohlmann, geschäftsführende Direktorin der Forschungsstelle für Versicherungswesen der Universität Münster sowie des BVK-Präsidenten Michael H. Heinz komplettieren das anspruchsvolle Programm. Auch der intensive Austausch zwischen Referenten und Teilnehmern nach den Vorträgen macht das Vertriebsrechtssymposion zu einem lebendigen Forum und eröffnet neue Perspektiven für Forschung und Praxis im Versicherungsvertriebsrecht.
„Das diesjährige Programm verspricht erneut vielfältige Einblicke in das Vertriebsrecht. Wie bereits bei den vergangenen Vertriebsrechtssymposien werden die diskutierten Themen voraussichtlich sowohl wissenschaftliche Arbeiten bereichern als auch wichtige Impulse für die Praxis liefern“, betont BVK-Präsident Michael H. Heinz.
Dr. Wolfgang Eichele, BVK-Hauptgeschäftsführer und geschäftsführendes Präsidiumsmitglied, ergänzt: „Gemeinsam mit der Universität Münster veranstaltete der BVK in den vergangenen 14 Jahren dieses herausragende Forum, das den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis fördert und damit einen wichtigen Beitrag zur Rechtsfortbildung leistet.“