| Pressemitteilung

PEPP-Reform geht in die richtige Richtung

BVK sieht Priorität für digitale Abschlüsse kritisch

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) begrüßt die Vorschläge der Berichterstatterin im Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments (ECON), Stéphanie Yon-Courtin, zur Reform des Pan-European Personal Pension Products (PEPP). So ist vorgesehen, die Vorgabe einer ausschließlich unabhängigen und provisionsfreien Beratung sowie die Kostenobergrenze von einem Prozent abzuschaffen.

„Der Berichtsentwurf des ECON-Ausschusses geht in die richtige Richtung“, sagt BVK-Präsident Michael H. Heinz. „Damit sind wir ein Stückchen näher an der Realität, dass die Verbreitung von PEPP allein auf Honorarbasis, und dazu mit einem starren Kostendeckel nicht von Erfolg gekrönt sein kann.“

Der BVK moniert allerdings, dass der ECON-Berichtsentwurf für den Vertrieb des PEPP eine digitale Abschlussstrecke favorisiert. Zwar ist eine Beratung durch Vermittler vorgesehen, Kunden müssten diese aber erst aktiv einfordern.

„Für derart weitreichende Entscheidungen, ob man im Alter ausreichend abgesichert ist, sollte es andersherum sein“, betont BVK-Präsident Heinz. „Zuerst muss eine persönliche Beratung durch Vermittler stehen. Nur wenn der Kunde ausdrücklich darauf verzichtet, könnten Vorsorgende eine digitale Abschlussstrecke durchlaufen.“

„Wir werden diesen wichtigen Aspekt kommende Woche bei unseren Gesprächen mit EU-Parlamentariern noch ansprechen“, ergänzt BVK-Hauptgeschäftsführer und geschäftsführendes Präsidiumsmitglied Dr. Wolfgang Eichele. „Es zahlt sich dabei aus, dass der BVK über eine eigene Dependance in Brüssel verfügt, von der wir nahe Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern pflegen und die politischen Prozesse in der EU intensiv begleiten können.“

Hintergrund

Vor rund zehn Jahren beschloss die EU die Einführung des europaweiten PEPP. Damit sollten alle EU-Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit erhalten, grenzüberschreitend und EU-weit privat für das Alter vorzusorgen. Allerdings krankte das PEPP-Konzept an starren Vertriebsvorgaben, dem Kostendeckel von einem Prozent sowie vorgegebenen Produktstandards, was der BVK seinerzeit kritisierte. So fand es kaum eine Verbreitung, weshalb die EU das PEPP nun reformieren will.

Der Berichtsentwurf des ECON-Ausschusses soll im Herbst (Ende September) beraten und anschließend vom EU-Parlament verabschiedet werden. Dann erst könnten dazu die Trilogverhandlungen zwischen der EU-Kommission, dem Ministerrat und dem EU-Parlament beginnen.